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Leitung: Thomas Ophelders doc.ophhelders@t-online.de
Kategorie:Orchester Volkshochschule
Besetzung:Bläser, gemischt
Probenort:WeststadtHalle 57 - Thea-Leymann-Str. 23 - Westviertel
Probenzeit:Donnerstag 20.10 - 21.40 Uhr
Aufnahme:Anfänger willkommen (man sollte ein Instrument tragen können und es natürlich mitbringen)
Infos zu 25 Jahre Tuba-Libre
„Blasmusik, Musik für drinnen und draußen. In Verbindung mit der Musikgruppe ‚Tuba Libre’. Es wird traditionelle und moderne Blasmusik gespielt, die auch als Straßenmusik aufgeführt wird.“
So stand es in einem Programmheft der Volkshochschule vor mehr als 20 Jahren und ähnliches liest man auch im aktuellen Programmheft.

(1) Ein Kurs der eigentlich eine Band ist
Im Ruhrgebiet mit seinen vielfältigen Blasorchestern ist es nichts besonderes, wenn eine Blasmusikformation 25 Jahre besteht, eher ungewöhnlich ist es aber, wenn ein VHS-Kurs mit fast unverändertem Ankündigungstext seit 25 Jahren immer wieder im Programmheft auftaucht.
Bei einem VHS-Kurs denkt man vielleicht an Studienausweis, energische Kursleiter oder ein strenges Kursprogramm. Das eine oder andere trifft auf den Kurs Nr. 071.15365 sicher zu, nicht aber für die Band, die sich dahinter verbirgt. Auf der einen Seite die perfekte Organisation durch die Volkshochschule, die sehr guten Probebedingungen in den Räumen der Folkwang – Musikschule, auf der anderen Seite eine eher kreativ – alternativ - chaotische Truppe, die von ihrem Troubadour Thomas „Doc“ Ophelders mit viel Humor und Geduld geleitet wird.


(2) Volkshochschule und alternative Blasmusik
Ohne den organisatorischen Rahmen der VHS, ohne die Unterstützung und das Entgegenkommen der Fachbereichsleiter gäbe es Tuba-Libre in der heutigeForm sicher nicht.
Ein wichtiger Anstoß zur Verbindung von alternativer Blasmusik und „VHS-Kurs“ kam aus der Volkshochschule. Bei der Übernahme durch die VHS wurde auch der Name der Band geändert.
(3) Vorläufer und Vorbilder
Die Gründungs-Band und ihre Übernahme durch die VHS ist eng mit dem Aufbau des alternativen Kulturzentrums „Zeche Carl“ verbunden. Die Idee, in der Zeche einen VHS-Kurs mit alternativer Blasmusik einzurichten, war die eigentliche „Geburtsstunde“ von „Tuba-Libre“.


Aus „Zapfenfrei Blasen“ unter der Leitung von Eberhard „Ebe“ Hägele wurde der Kurs „Tuba-Libre“ unter gleicher Leitung. Nach längerer Pause ist „Ebe“ wieder mit dabei.
„Zapfenfrei Blasen“ und in der Nachfolge “Tuba-Libre“ entstanden natürlich nicht aus dem Nichts …
In den späten siebziger Jahren wurden überall in Deutschland alternative Bläservereinigungen gegründet. So in Frankfurt das „Sogenannte Linksradikale Blasorchester“, in Hamburg „Tuten und Blasen“, in Berlin „IG Blech“ in Dortmund „Atemgold 09“ und viele mehr.
Höhepunkte dieser Bewegung waren internationale bzw. deutschlandweite Treffen. Tuba-Libre nahm an einem der letzten großen Treffen 1988 in West-Berlin teil. Berlin war damals Europäische Kulturhauptstadt, wodurch die Finanzierung der Fahrt, Unterkunft und Auftritte abgesichert wurde. Auftritte in einer Kulturhauptstadt sind für Tuba-Libre also nichts Neues. Zudem ist es zur Kulturhauptstadt 2010 nicht mehr ganz so weit zu fahren.
Viel ist von der alternativen Blasmusik nicht mehr übrig geblieben, in der näheren Umgebung bläst nur noch „Atemgold 09“ munter weiter. Auch Tuba-Libre ist nicht mehr ganz so alternativ wie in den Anfangsjahren, aber die ursprüngliche Spielfreude und das kreative Chaos ist bei allen Wechseln der Mitglieder und der Musikrichtung erhalten geblieben. Vielleicht ist dies das Erfolgsrezept.
(4) Mitglieder: „Stell Dir vor Du machst Blasmusik und alle nehmen Dich ernst“
Die ersten Mitglieder waren wohl zuerst „Flüchtlinge“ aus traditionellen (Jugend-)blasorchestern, die befreit von Marschmusik und starren Vorgaben einfach „losjazzen“ wollten. Hinzu kamen „alternativ–bewegte“ BlasmusikerInnen, von denen einige durchaus auch politische Ambitionen hatten – Blasmusik ist zu schön, um sie den „Rechten“ zu überlassen.
Das gemeinsame „Musik-machen“ war aber die Motivation, durch die die Gruppe damals wie heute zusammengehalten wurde.
Nicht selten war und ist Tuba-Libre Durchgangsstation für musikalische und künstlerische Talente und anspruchsvolle Hobbymusiker. Künstlerische Karrieren in oder außerhalb der Musik machten z.B. Tobias Delius, Michael Ophelders, Kalle Mews, Susan Betancour und Uwe Lyko, der immerhin ein Semester bei Tuba-Libre eingeschrieben war.
Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch oder wieder dabei: Brigitte Overheid und Ebe Hägele. Auch „Doc“ Ophelders war zu Anfang einfaches Mitglied und nach einer Pause seit 1989 der Chef vom Ganzen.
Trotz vieler Altmitglieder (einige sind 15 und mehr Jahre dabei) ist die Gruppe offen für alle die wissen, wie man ein Blasinstrument halten soll. Wer den Sprung vom Kursteilnehmer zum Bandmitglied geschafft hat, (und das hängt nicht von den musikalischen Fähigkeiten ab!) bleibt Tuba-Libre verbunden, auch dann, wenn man/frau ausgeschieden ist. Bei den Weihnachtsfeiern und den von Zeit zu Zeit stattfindenden musikalischen Frühschoppen sind dann Ehemalige wieder voll dabei.
Wie wird man nun „Tuba-Librist“ oder „Tuba-Libristin“?
a) Natürlich muss die Musik passen, also keine Marschmusik.
b) Die Proben und Auftritte müssen überstanden werden.
c) Es heißt zwar,:„Wer übt hat kein Talent!“ – leider gilt das nicht immer,. und
d) bei allem kreativen Chaos – es ist nicht die schlechteste Idee, auf den Leiter zu hören.
e) Vor vielen Jahren hätte man noch sagen müssen: Es ist ganz schlecht, wenn der Fachbereichsleiter auf der Probe zwanzig Personen sieht, aber nur acht Personen sich zum Kurs angemeldet haben. Dies hat übrigens die letzte Krise bei Tuba-Libre ausgelöst, aber das ist nun wirklich sehr lange her.
(5) Die Kursleiter und Bandleader
Ebe Hägele, von ihm stammen die ersten Stücke.
Jochen Schmidt, ein zu lautes Saxophon dämpft man am besten mit einem Handtuch; konnte in den Probenpausen schnell ein neues Stück schreiben.
Elisabeth Gamm, hohe musikalische Ansprüche an die Band.
Thomas „Doc“ Ophelders, gesucht und gefunden.
Seit 1989 als Leiter wieder dabei. Er es geschafft, die Gruppe von Krisen und Auflösungstendenzen fort zu einer stabilen gut funktionierenden Gemeinschaft zu führen. Dazu braucht man nicht nur Geduld und Humor, sondern auch musikalische und pädagogische Fähigkeiten, um den unterschiedlichen Fertigkeiten und Kenntnissen der Mitglieder gerecht zu werden. Die großen Unterschiede innerhalb der Gruppe führten auch dazu, dass sich unter seiner Leitung das Repertoire von Tuba-Libre stark veränderte: von den 1982-1989 gespielten Stücken ist nichts mehr im Programm.
(6) Die Musik: „Wir schrecken vor nichts, zurück außer vor Marschmusik und Uniformen.“
Dieses Ursprungsmotto gilt noch immer, nur ist der Anteil an echten Eigenkompositionen sehr stark zurückgegangen. Auch Auftritte mit moderner Musik, wie etwa bei dem Projekt „Tuchfühlung“ in Langenberg von Gerhard Stäbler sind die absolute Ausnahme. Es überwiegt eine Mischung von leichtem Jazz und leicht verfremdeter typischer Blasmusik mit südländischen Einschüben – Tuba – Libre eben.
(7) Auftritte: „Das schrägste Blasorchester des Ruhrgebiets“
Einige Highlights aus den 25 Jahren
Kulturfeste Zeche Carl, Zeche Zollverein
Folkwang 1987
Blechreiz Berlin 1988 (Kulturhauptstadt 1988)
Wiedereröffnung Grillotheater
Essen Original
Carnival der Kulturen
Alternativer Karneval Essener MAU-MAU Nacht veranstaltet vom Solisa – Freundeskreis Essen
Auftritte im Rahmen der IBA (Landschaftspark Nord, Freche Zeche)
Kulturpartnerfest WDR 2006
Westfalenpark 2006
Jahrhundertpark 2006
Kulturpfadfest 2007
Extraschicht 2007
Außerhalb des Ruhrgebiets:
Festival der Straßenmusik Bräunlingen 2006
Konzertreise nach Italien 2007
Und was sonst noch anfällt: Martinszüge, Weihnachtsmarkt, Straßenfeste, Auftritte in sozialen Einrichtungen usw…
Ausblick: Kulturhauptstadt 2010 (wahrscheinlich die einzige Band mit Erfahrungen vom Kulturhauptstadtfest Berlin 1988)
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